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(Haflinger-Herde auf der Hauswiese)

Am dritten Tag nach der Geburt kommen bei gutem Wetter die Stuten und Fohlen auf eine Weide in Gestütsnähe. Hier hat man die Pferde in bester Kontrolle und kann die Fohlen in der Bewegung gut beurteilen. Es beantwortet schnell die Frage, ob die Verbindung von Stute und Hengst gut gewählt war, oder ob man sich aus anderer Anpaarung noch besseres Exterieur verspricht. Durch häufigen Menschenkontakt lässt sich auch einiges über den Charakter und die Umgangsformen der Fohlen aussagen.

Da die Stuten meist in der„Fohlenrosse“, ca. fünf bis neun Tage nach der Geburt, wieder bedeckt oder besamt werden, muss zum einen die Entscheidung der Hengstwahl feststehen und zum anderen muss die Stute nicht erst von entfernten Wiesen geholt werden. Für beides ist die Stallnähe vorteilhaft. Außerdem können bei plötzlichem schlechtem Wetter Stuten und Fohlen recht schnell wieder in die Boxen verbracht werden.

(Haflinger-Herde auf der Hauswiese)


(Warmblutstuten mit ihren Fohlen in
Gestütsnähe)

Nach 24 Tagen kommen die Tiere auf entferntere Wiesen, die meist in Waldgebieten mit fließendem Wasser liegen. Bereits in diesem Frühstadium lernen die Fohlen das Ein- und Aussteigen in den Hänger und eben auch das Fahren und sind schon bald damit vertraut, was sich im späteren Verlauf als recht positiv auswirkt.

Auf den oft abgelegenen Bergwiesen hat die Herde Ruhe. Die Fohlen können nach Herzenslust ihr Spiel treiben und durch die Höhenunterschiede Sehnen und Muskeln aktivieren.

Etwas fünf bis sechs Monate alt werden die Fohlen mit ihren Müttern wieder in den Stall geholt, abgesetzt und getrennt. Jetzt wird auch getrennt nach Geschlechtern in den Laufställen. Die Laufställe sind von den Müttern etwas entfernt und die Jungen haben bei neckischem Spiel die Trennung schnell überwunden. Bei den Müttern hält oftmals die Entbehrung einige Tage an, wobei die Züchter nicht selten mitleiden.

Sobald sich die Gruppen gefestigt haben, beginnt wieder eine neue Anhängerreise. Nun geht die Fahrt auf getrennte Waldwiesen. Hengste in einen entfernteren Bereich als die Stutenfohlen – die Mütter, sofern sie nicht wieder in den Reit- oder Fahrbereich gelangen, auf Wiesen, die weiter von ihren Fohlen entfernt sind, damit kein Blick- oder Geruchskontakt zustande kommt.

(Stuten- u. Fohlenherde auf der Waldlichtung am Kallbach)

Von vornherein sind jedoch die Haflinger von den anderen Rassen getrennt. Nach dem Absetzen werden die Fohlen auch auf den Wiesen zusätzlich an den Futterstellen mit Kraftfutter und Mineralien unterstützt. Da wir auch Fremdfohlen in der Herde mit aufziehen, müssen diese spätestens bei dem Zusammenstellen in den Laufställen integriert werden, damit auf der Wiese eine Einheit gebildet wird und kein Fohlen abgedrängt wird.

Alle Weiden sind doppelt durch Holzkoppel und zusätzlichem Stromzaun gesichert. Mindestens jeden zweiten Tag werden alle Wiesen durch den Stallmeister oder den Wirtschaftsmeister kontrolliert und jedes Pferd auf Verletzungen oder Unregelmäßigkeiten untersucht, wobei Wasserstellen gesichtet, die Kraftfutterautomaten aufgefüllt und der Strom gemessen wird.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass eine solche Kontrollfahrt einen Zeitaufwand von drei bis vier Stunden mit sich bringt.


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